Der Tinnitus

Viele Menschen erleben das Phänomen eines Pieptons für wenige Sekunden im Ohr gelegentlich. Allerdings hören 10 bis 20 Prozent der Menschen diesen Ton oder ähnliche Geräusche dauerhaft. Die störenden Phantomgeräusche bleiben mehrere Stunden, Tage oder für immer im Ohr oder Kopf der Betroffenen zu hören. Dabei werden die ständigen Ohrgeräusche für viele Betroffene zur alltäglichen Belastung. Der Tinnitus stört beispielsweise die Konzentration oder den Schlaf. Einige Tinnitus-Patienten erwartet eine lange Leidensgeschichte.

Tinnitus: Entstehung und Ursache der Ohrerkrankung

Etwa jeder vierte Mensch weiß aus eigener Erfahrung, was ein Tinnitus ist. Bei den meisten von ihnen verschwindet der meist helle Ton jedoch schnell wieder. Bei einigen Personen kann der Tinnitus chronisch werden. Sie hören in der Regel auf einem Ohr einen steten Pfeif- oder Piepton. Aber auch Geräusche wie Zischen, Rauschen, tiefes Brummen, Rattern sowie Ohrensausen zählen zu Varianten des Tinnitus.

In vielen Fällen wird die Ursache für den Tinnitus nicht ausfindig gemacht. Jedoch kann ein Tinnitus beispielsweise aufgrund eines Hörsturzes ausgelöst werden. Aber auch psychologische Gründe wie Stress können die störenden Phantomgeräusche verursachen oder verstärken. Dabei kann der Tinnitus sogar ein Anzeichen für andere Erkrankung sein, wie zum Beispiel die Menière-Krankheit. Darüber, wie die Ohrgeräusche bei einem Tinnitus zustande kommen, bestehen unterschiedliche Meinungen und Theorien.

Tinnitus-Therapiekosten: Dies wird durch die Krankenkasse finanziert

Ein Tinnitus mit unbekannter Ursache ist nicht einfach zu behandeln. Jedoch gibt es zahlreiche Behandlungsmethoden, um das Tinnitus-Leiden zu reduzieren wie zum Beispiel Hörgeräte, Infusionen sowie pflanzliche Präparate. Je nach Form des Tinnitus werden unterschiedliche Therapieformen angewendet. Dabei werden in Deutschland nicht alle Kosten von den Krankenkassen übernommen. In Frankreich bedürfen Tinnitus Patienten eine eigene Zusatzversicherung.
In der Schweiz übernehmen Krankenkassen die gesamte Diagnostik und Beratung für Tinnitus-Patienten.

„Lärm der Seele“: Therapie von chronischem Tinnitus

Bei der speziellen Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT) findet neben einer Beratung und Aufklärung rund um das Thema Tinnitus zusätzlich eine Verhaltenstherapie statt. Ziel ist es, dass Betroffene lernen mit dem störenden Geräusch umzugehen. Dabei kommen sogenannte „Maskers“ oder auch Rauschgeneratoren oder Tinnitus-Noiser zum Einsatz. Sie produzieren Geräusche, die Stille verhindern und damit die Betroffenen von der Wahrnehmung des Tinnitus ablenken. Die Tinnitus-Retraining-Therapie zählt in Deutschland in der Regel nicht zur Kassenleistung. Jedoch kann die Therapie durch einen geeigneten Therapeuten abgerechnet werden und die Masker zählen zu sogenannten Hilfsmittel und werden daher oft finanziell bezuschusst.