Vorgehensweise

Vorgehensweise

hörschädigender Lärm

Die Vorgehensweise unserer diesbezüglichen Forschung ist die Epidemiologie. Wir versuchen, die Verbreitung von Hörschäden in der Bevölkerung zu erfassen, ihre Ursachen festzustellen und Hörschäden generell zu vermeiden. Dazu bestimmen wir die Hörfähigkeit von Freiwilligen mit moderner Technik, bis hin zu Frequenzen von 16 kHz. Außerdem wird durch sorgfältige und standardisierte Befragung versucht, die Schallbelastung des gesamten Lebens zu ermitteln. Befragung und Audiometrie werden in einer anonymisieren Datenbank gespeichert und nach verschiedenen Gesichtspunkten ausgewertet.

Dieser von uns im Auftrag des BMVg entwickelte Audiolastzug ermöglicht es, bis zu 200 Personen / Tag zu befragen, bei ihnen eine Ohr-Inspektion durchzuführen, sie zu audiometrieren und die Ergebnisse in einer Datenbank zu speichern. In den vergangenen Jahren wurden mit dieser Ausrüstung ca 10.000 Personen untersucht.

Audio-Lastzug der Bundeswehr zur Messung der Hörfähigkeit

Dieser Audio-Lastzug wurde im Herbst 2004 an die Bundeswehr zurückgegeben. Er ist derzeit in Meppen stationiert und seine Verwendung wird von dort aus geregelt.
Bezüglich der durch Knalle bzw. durch Explosionen verursachten Hörschäden, bemühen wir uns, die Zeitstruktur des Knalls bzw. der Explosion nachträglich zu messen und die Struktur dieser Schallereignisse mit den dadurch verursachten Hörschäden in Verbindung zu bringen. Wir suchen nach der Verbindung zwischen Schallstruktur und Hörschaden.

Knalle und Explosionen

Um Knalle und Explosionen realitätsgetreu und ohrgerecht messen zu können, verwenden wir einen dafür gebauten Kunstkopf, also eine Art Dummy. Dort, wo sich bei uns das Trommelfell befindet, hat dieser Knallkopf Hochleitstungs-Mikrofone, die mit einer speziellen Auswerte-Elektronik verbunden sind. Auf diese Weise wird es möglich, den Schall so zu messen, wie er am Trommelfell ankommt. Wir erfassen also die ohrbezogene Immission. Üblicherweise werden Knalle im freien Schallfeld gemessen, in einer Entfernung von 50 cm. Dabei handelt es sich um eine Emissions-Messung.

knallkopf vorneAknallkopf seite

Die Kunstkopf-Messung ist umso wichtiger, je geringer die Entfernung zwischen knallendem Objekt und dem Ohr ist, beispielsweise bei Spielzeug, Waffen oder bei Airbags. Im allgemeinen sind die Kunstkopf-Messwerte etwas höher als die Freifeld-Messwerte. Vor allem verstärkt der Kunstkopf den Frequenzbereich von 2 – 5 kHz im Prinzip so wie das echte Ohr auch. Wenn es gilt zu messen, was am Ohr ankommt, sind Kunstkopf-Messungen unerlässlich. Dieser Kunstkopf ist dafür gebaut, Knalle bis zu Pegeln von 188 dB zu erfasssen. – Der Kunstkopf wurde vom Deutsch-Französischen Forschungs-Institut ( ISL ) entwickelt.

Erweiterte Hochtonaudiometrie

Von Anfang an verwandten wir die Reinton-Audiometrie und zwar einschließlich des erweiterten Hochtonbereiches, also bis einschl. 16 kHz. Es zeigte sich, dass in aller Regel im erweiterten Hochtonbereich (8 kHz – 16 kHz) die ersten und die stärksten Hörschäden zu beobachten sind. Daher plädieren wir dafür, zum Schutz des Ohres generell bis 16 kHz zu messen.
Dem entspricht auch der in Deutschland altersübliche Verschleiß der Hörfähigkeit, den wir anhand von rund 4400 männlichen Personen ermittelt haben (siehe Bild). Man erkennt, dass auch dabei der größte Verschleiß im erweiterten Hochtonbereich zu beobachten ist.
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Bei Kindern stimmt die Hörschwelle zwischen 8 kHz und 16 kHz offenbar nicht; im nebenstehenden Bild ist dies durch die abknickende Linie für 16Jährige zu erkennen.

Behandlung Lärmschäden

Schäden durch Lärm können medikamentös und durch Operation behandelt werden. In der Schweiz werden homöopathiesche Behandlungen durch die Grundversicherung gezahlt, in Deutschland bezahlen die Krankenkassen nur für die Operation.